Der Weg zur Verzeihung

Der Weg zur Verzeihung

Ein langer und schwieriger Weg anderen zu Verzeihen

Der Weg zur Verzeihung kann beschwerlich aber erlösend sein. Wie kann man jemanden der uns beleidigt hat, uns Schmerzen zugefügt hat oder uns leiden lassen hat verzeihen? Wir verzeihen ständig unüberlegte Worte oder Taten, allerdings gibt es manchmal Dinge, die so tiefgreifend sind, dass man sie nur schwer bis gar nicht verzeihen kann. Gleichgültigkeit seitens der Eltern, ein Vergewaltiger, ein Angreifer oder ein Mensch, der die Liebe weggenommen hat.

Man muss eine große und tiefgehende Arbeit verrichten bis man diesen Menschen verzeihen kann. Es ist ein langer und schwieriger Weg. Für die einen ist es mutig zu verzeihen, für die anderen ist es ein Zeichen der Schwäche. Ich jedem Fall ist die Verzeihung nie selbstverständlich. Allerdings sagen alle, die je wirklich verziehen haben, dass dieser Schritt ihnen Erleichterung und Befreiung gebracht hat. Und nicht nur das! Viele sagen auch, dass dieser Schritt ihr Leben mit neuer Energie gefüllt hat.

Ein Prozess im Unterbewusstsein

Die Verzeihung befreit tatsächlich von den Leiden, Schmerzen, Zorn, Verachtung und Ärger. Unabhängig davon, ob man selbst verzeiht oder um Verzeihung gebeten hat – es immer das Ergebnis einer komplizierter inneren Arbeit, wobei man nie weiß wie das tatsächliche Ergebnis ausfällt. Man kann ehrlich und von ganzen Herzen verzeihen wollen, aber ein Erfolg tritt nicht unbedingt ein.

Es ist teilweise ein Prozess im Unterbewusstsein und sein „Erfolg“ hängt nicht von dem Grad der Beleidigung, sondern von der Stärke des Leidens ab. Alle Menschen sind unterschiedlich und gehen auch unterschiedlich mit Beleidigungen um. Was für einen das Ende bedeutet, heißt für den anderen Anfang.
Vergessen oder Verdrängen ist keine Lösung. Es nützt nichts, wenn man so tut, als wäre nichts passiert.

Die Verzeihung braucht Zeit. Eine vorschnelle Verzeihung ist illusorisch und kann schnell ins Gegenteil umschlagen. Man muss wirklich verstehen, dass es sich um eine schwere innere Arbeit handelt, die Zeit und Kraft benötigt. Diese Arbeit lohnt sich, weil sie nachher befreit und neue Lebenskräfte verleiht. Die Geschichten der Verzeihung sind genauso unikal, wie das zugefügte Leiden. Man kann daher kein universelles Rezept anbieten, allerdings kann man eine Richtung weisen. Der erste Schritt ist die Entscheidung das Leiden zu beenden.

Du musst dich Entscheiden

Solange der Beleidiger uns quält, kann der Weg der Verzeihung nicht betreten werden. Man muss sich bewusst entscheiden, das Leiden, den Schmerz, die Ungerechtigkeit zu beenden. Manches Mal muss man die Beziehung zu diesem Menschen einfach abbrechen oder sich distanzieren. Das Leiden lähmt und man fühlt sich in der Nähe des Beleidigers völlig kraftlos. Wenn es angebracht ist, kann auch der Gang zum Gericht oder zur Polizei den ersten befreienden Schritt bedeuten. Man muss die Beleidigung, den Schmerz zugeben. Die Vergangenheit verschwindet nicht. Man kann sie nicht vergessen.

Unser Gehirn aktiviert Schutzmechanismen, die das Leiden ins Unbewusste verdrängen, wo es seine zerstörende Kraft erst wirklich entwickeln kann. Das Zugeständnis des zugefügten Leidens ist notwendig um weiter leben zu können. Auf diese Weise gibt man dem Beleidiger quasi die Schuld zurück und kann so mit sich selbst ins Reine kommen. Zudem verhindert das Zugeständnis die Entwicklung psychosomatischer Erkrankungen oder Verhaltensmodelle, die zu immer wieder zum gleichen Misserfolg in der Arbeit oder den Beziehungen führen können. Ein gutes Mittel ist es wenn sie sich ein wenig mit Chakren auskennen. Die Funktion und Bedeutung von Chakren kann zu einer Inneren Reinigung führen die das Verzeihen erleichtert.

Es ist wichtig den Zorn zu zeigen

Die Verzeihung ist auch aus gesundheitlicher Sicht nötig. Nicht nur die Seele wird von unnötigem Ballast befreit, auch der Körper wird geheilt. Psychologen haben beständige physische Unterschiede zwischen Verzeihung und Nichtverzeihung feststellen können. Bei bloßer Erinnerung an den Beleidiger kam es Kreislaufstörungen. Diese Veränderungen wurden bei Rachegedanken verschlimmert.

Wenn man Ärger oder Zorn verspürt, lässt man quasi das Leiden raus. Man erkennt, dass man beleidigt wurde an. Anfängliche Aggressivität ist sogar gesund, sie zeigt, dass das Opfer psychisch gesund ist und keine fremde Schuld auf sich lädt. Der Hass ist ein sehr starkes Gefühl, das man nicht zum Verschwinden bringen kann. Wenn man ihn nicht gegen den Beleidiger richtet, dann richtet sich der Hass unweigerlich gegen das Opfer selbst. Man hat allerdings selten die Gelegenheit dem Beleidiger all das zu sagen, was einen plagt. Der Beleidiger ist auch nur selten mit seiner Schuld einverstanden.

Oft hat der Angreifer so viel Macht, dass man sich eine offene Diskussion nicht zumutet. Man kann diese Arbeit aber auch alleine machen: Aufschreiben davon, was Leiden zufügt oder der Austausch mit einer Vertrauensperson kann eine echte Abhilfe schaffen. In besonders kritischen und schmerzhaften Situationen wird der Gang zum Spezialisten unumgänglich. Man darf sich nicht schuldig fühlen

Paradoxerweise glauben die meisten Opfer schuldig dafür, was ihnen passiert ist, zu sein. Der Versuch zu verstehen welcher Teil des Wesens konkret betroffen wurde kann das Schuldgefühl lindert. Wo sitzt die Beleidigung? Ist es der Stolz oder der Ruf, die Ehre oder der Körper? Die Antworten auf diese Frage helfen zu verstehen, dass man keine Schuld trägt. Die Rede ist davon das perfekte „Ich“ abzulegen und sich von der Vorstellung, dass man doch für alles selbst Schuld trägt zu trennen.

Man muss den Beleidiger verstehen

Der Hass und die Wut helfen die Aggressivität zu überleben, allerdings zerstören sie, wenn sie zu lange Zeit andauern. Um das zu vermeiden, kann man sich in die Haut des Beleidigers stecken. Man muss versuchen seine Motive zu verstehen, wobei dies noch nicht Verzeihung bedeutet. Die Aufgabe hier besteht darin, seine Schwächen zu sehen, seine Tat zu überdenken. Es hilft das, was passiert ist anzunehmen. Man darf sich nicht beeilen.

Eine zu schnell geschenkte Verzeihung erleichtert nicht. Man muss sich die Zeit geben und während dessen eine aktive Haltung zu Verzeihung bewahren. So eine vorschnelle Verzeihung stellt dem Opfer eine Falle, der nach wie vor Ärger und Verbitterung verspürt – es ist ja zu wenig Zeit vergangen. Eine illusorische Verzeihung wendet sich gegen das Opfer!

Wie weiß man, dass man wirklich verziehen hat? Wenn man in Bezug auf den Beleidiger keine Wut und keinen Zorn mehr verspürt und das Gefühl, das man selbst schuld sei verschwunden ist, so kann man davon ausgehen, dass man verziehen hat. Ein weiteres sicheres Merkmal ist die Rückkehr des Opfers ins eigene Leben. Eine Verzeihung ist ein Befreiungsakt in dem der Schmerz sich auflöst. Das Opfer wird wieder Herr über das eigene Leben, hört zu leiden auf und wird sogar Erwachsener und stärker.

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