Krippenbausatz, Weihnachten, Kinder, Basteln

Die Weihnachtskrippe

Ein Brauch mit heidnischen Wurzeln

Die Weihnachtskrippe gehört zu Weihnachten wie der Tannenbaum, der Sternenglanz und der Glühweinduft, und dennoch handelt es sich um einen verhältnismäßig jungen Brauch, der wie so vieles, was auf den ersten Blick christlich wirkt, seinen Ursprung den heidnischen Vorstellungen verdankt.

Der christlich geprägte Krippenkult

Die Ursprünge des christlich geprägten Krippenbrauchs sind um das Jahr 360 in Rom zu suchen. Zu dieser Zeit errichtete der damalige Papst Liberius eine Basilika über dem, was man für die Überreste der Geburtsstätte Jesu hielt. In den Feudalhöfen und Klöstern fand man Krippen in der Form der auch heutzutage noch üblichen Puppenstube in Europa und unter anderem auch in Deutschland erst ab dem 13. Jahrhundert. Das Krippenspiel selbst wurde bereits im 12. Jahrhundert praktiziert. Nachdem die Jesuiten im Jahr 1610 den Krippenkult mit nach Bamberg brachten, war es in Franken üblich, die Geburt Jesu in der auch heute noch zu Weihnachten üblichen Form darzustellen.

Vom 17. bis 18. Jahrhundert gab es die Weihnachtskrippen ausschließlich in Klöstern und Kirchen. Später ging man dazu über, die dekorativen Häuschen auch in Bürger- und Adelsstuben aufzustellen. Im Jahr 1803 störte sich der bayerische König Max Joseph IV. an diesen von ihm als Kinderei empfundenen Tand. Er verbannte die Krippen aus den Kirchen und ebnete somit den Weg in die heimischen Wohnzimmer. Der Erzbischof bat rund 22 Jahre nach dem Verbotserlass den nunmehr amtierenden König Ludwig um die Aufhebung des Gesetzes. Dieser willigte ein und machte somit die Weihnachtskrippen auch wieder in den Kirchen salonfähig.

Was ist wahr?

Weihnachtskrippen existieren mittlerweile in den verschiedensten Größen und Ausstattungen. Es ist vielerorts üblich, die als Figuren dargestellten Akteure in der landestypischen Tracht darzustellen. Das zentrale Thema ist immer die Säuglingsgestalt des jüdischen Wanderpredigers Joshua ben Joseph, der in einer Futterkrippe liegt und von den Hirten und den drei Königen verehrt wird. Neben ihm stehen oder knien sein Vater Joseph und seine Mutter Maria, die ihn jungfräulich in einem Stall in Betlehem zur Welt gebracht haben soll. Zumeist sind auch noch ein Ochse und ein Esel sowie mehrere Schafe und ein Engel anwesend.

Alfred Kolbe Krippen 1331/12 Weihnachtskrippe aus Holz für 10-12 cm Figuren 55 x 30 x 29 cm
Alfred Kolbe Krippen 1331/12 Weihnachtskrippe aus Holz für 10-12 cm Figuren 55 x 30 x 29 cm*
von Alfred Kolbe Krippen
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Eine Geburt mit vielen Fragezeichen

Bei der Weihnachtskrippe handelt es sich um einen Stall, den sich die hochschwangere Maria als Herberge ausgesucht haben soll. Hierbei handelt es sich aber um nichts Weiteres als eine Legende. In Wahrheit ist das Geburtsdatum Jesu ebenso unbekannt wie die genauen Umstände bei seiner Geburt. Nicht nur der Hergang an sich, sondern auch die Informationen über den Geburtsort werden in den Evangelien widersprüchlich beschrieben. Gemäß dem Protevangelium des Jakobus wurde der angebliche Sohn Gottes in einer Höhle geboren. Bei Lukas erblickte er in einem Futtertrog das Licht der Welt und bei Matthäus ganz normal in einem Haus.

Eine geschickte Adaption

Auffallend sind vor allem die Parallelen zu zahlreichen Legenden der Antike. Denn der Mythos von der jungfräulichen Geburt der als Säugling symbolisierten Sonne war schon lange vor dem Erscheinen des Christentums weit verbreitet. Diesem Kult liegt das Phänomen der Wintersonnenwende zugrunde. Das Licht wird wiedergeboren und der Sonnengott erhellt den Himmel erneut mit seinen heilsamen Strahlen. Der Knabe in der Krippe steht für die Sonne, die von diesem Zeitpunkt an Kraft gewinnt. In der persischen Mythologie ist der Gott Mithras die Personifikation der Sonne.

Ihm sagte man nach, dass er in einer Höhle geboren und von Hirten angebetet wurde. Wie der bekannte Religionsforscher Karlheinz Deschner in einer seiner Ausführungen bemerkt, rief man dem Gott im Rahmen einer Festzeremonie bei Sonnenaufgang zu: „Die Jungfrau hat geboren, zu nimmt das Licht!“. Da die gefüllte Krippe schon immer ein Fruchtbarkeits- und Wohlstandssymbol war, stellte man sich in der antiken Welt unter anderem auch den Götterboten Hermes darin liegend vor, ebenso wie das Zeuskind.

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