Spargel - das königliche Gemüse

Spargel – das königliche Gemüse

Spargel wurde zur Heil- und Kulturpflanze

Bereits im antiken Griechenland wurde Spargel gewürdigt: Der griechische Arzt Hippokrates stellte wilden Spargel als Heilpflanze fest und dokumentierte seine therapeutische Wirkung. Eine Beobachtung, die in den nachfolgenden Jahrhunderten nicht allein blieb, sondern allerorts Bestätigung erfuhr. Spargel wurde zur Heil- und Kulturpflanze und bereits im 16. Jahrhundert erfolgte sein erster systematischer Anbau. Man sagt Spargel nach, er wirke potenzsteigernd und man kürte ihn zum Aphrodisiakum. Viele Mythen ranken sich um dieses beliebte Gemüse, und an allen ist sicherlich ein Funken Wahrheit dran. Oder sogar noch mehr. Jedenfalls stand Spargel zu allen Zeiten im Fokus von Medizin, Heilung und Therapie. Woran liegt das und über welche Wunderkräfte verfügt das königliche Gemüse?

Welche Inhaltsstoffe sind gesund?

Viele Vitamine verleihen dem Spargel eine gesundheitsfördernde Wirkung: Die Vitamine A, B, C und E gehören zu den wichtigsten, aber auch das blutgerinnungsfördernde Vitamin K. Weiterhin enthält Spargel so manche unverzichtbaren Mineralstoffe: das für die Knochenbildung nötige Mineral Kalzium beispielsweise, aber auch Kalium. Letzteres hat eine harntreibende Wirkung und kann deshalb Menschen mit Problemen beim Harnlassen eine therapeutische Hilfe sein. Folsäure ist für einige Stoffwechselvorgänge wichtig und Phosphor stimuliert die Nierentätigkeit.  Weiterhin finden sich Beta-Carotin, Natrium, Magnesium, Eisen und Zink in den Stangen, allesamt ebenfalls unerlässliche Bausteine unserer Ernährung.

Aber nicht nur das Beinhalten bedeutender Vitamine und Mineralstoffe zeichnet  den Spargel aus, sondern darüber hinaus auch der hohe Anteil an Ballaststoffen, was unserer Verdauung zugute kommt. Schließlich sei hier noch das Asparagin erwähnt, dem zwar keine direkte heilungsfördernde Wirkung zugeschrieben wird, das allerdings als Namensgeber der botanischen Bezeichnung des Spargels Asparagus fungiert und auch für den speziellen Geruch zuständig ist, der sich beim Wasserlassen nach reichlichem Spargelgenuss wahrnehmen lässt.

Wann ist vom Spargel verzehr abzuraten?

Man schreibt Spargel eine blähende Wirkung zu. Dies ist zwar nicht gefährlich, höchstens unangenehm. Bedenklicher könnte der im Spargel enthaltene Phosphor werden, zumindest dann, wenn man an einer eingeschränkten Nierenfunktion leidet. Auch Menschen, die an Gicht leiden, sollten beim Spargelverzehr zurückhaltend sein. Das in diesem Gemüse enthaltene Purin wird im menschlichen Körper umgewandelt in Harnsäure und könnte einen Anfall auslösen oder durch die nicht vollständige Ausscheidung Gelenkschmerzen hervorrufen.

Weißer oder grüner Spargel

Egal ob weiß oder grün, beide Sorten haben einen Wasseranteil von mehr als 90%, enthalten Fett nur in Spuren und sind deshalb mit 13 kcal pro 100g extrem kalorienarm. Der grüne Spargel erhält seine Färbung durch das Chlorophyll, welches sich durch das Sonnenlicht bildet. Da der weiße Spargel nie die Sonne zu sehen bekommt und unterirdisch wächst, fehlt im dieser Farbstoff und er bleibt schneeweiß. Und wie sieht es mit dem Nährstoffgehalt beider Sorten aus?

Hier kann der grüne Spargel leichte Vorteile aufweisen, da bei ihm das Beta-Carotin, ebenso die Vitamine A und C in größeren Mengen vorkommen. Auch einige Spurenelemente, zum Beispiel Natrium und Kalium, finden sich im grünen Spargel gehäufter. Insgesamt gilt also der grüne Spargel als etwas höherwertiger, zumindest was die Gesundheit betrifft. Hinsichtlich des Geschmacks hat der weiße Spargel aber mindestens ebenso viele Fans wie der grüne.

 

Der ominöse Quietschtest – Garant für Frische?

Man sagt, dass man die Frische des Spargels am Quietschen erkennt. Dies tritt auf, wenn man die Stangen aneinander reibt. Ein zuverlässigeres Merkmal für die zeitnah erfolgte Ernte des Gemüses vermittelt der genaue Blick auf die Schalen. Diese sollten unverletzt sein und glänzen. Und wenn man den Spargel anschneidet, beweist eine wässrig-feuchte Schnittstelle die Frische.

Diese lässt sich im Kühlschrank zwei bis drei Tage lang bewahren, wenn man die Stangen in feuchte Tücher einschlägt und im Gemüsefach des Kühlschranks aufhebt. Aber spätestens am Johannistag 24. Juni ist hierzulande die Spargel-Saison traditionsgemäß sowieso zu Ende. Die Bauernregel haben hierfür auch einen Spruch: „Kirschen rot, Spargel tot.“

21 x Angesehen

Kommentar hinterlassen

+ 2 = 8